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Hall of Fame

Allgemeines zur 4560 Wand / Wegbeschreibung:

Seit Ende Sommer 2002 steht die Wand gegenüber vom Staden, unterhalb der Stadtautobahn, nun als legale Sprühfläche den Writern in Saarbrücken und Umgebung zur Verfügung. Wer von Außerhalb kommt fragt am besten nach dem „Staden“, der „Bismarckbrücke“ oder direkt nach der „Graffiti-Wand“ (Die Meisten in Saarbrücken kennen die Wand wohl mittlerweile - Stadtlpan).Seit der Eröffnungsveranstaltung im August desselben Jahres sind zahlreiche Bilder entstanden. Auch Maler aus Frankreich, Luxemburg und verschiedenen Teilen Deutschlands zeigten ihr Können.

Neben der beeindruckenden Größe der Fläche (1800 qm am Stück) liegt 4560 auch besonders schön: während sich die meisten legalen Flächen in Deutschland in stillgelegten Industriegebieten oder auf vereinsamten Parkplätzen befinden, erstreckt sich diese Wand direkt an der Saar. Zudem befindet sich auf der anderen Flussseite ein Park mit Biergarten, so dass vor allem im Sommer die Bilder stets von einem großen Publikumgesehen werden. Die Bezeichnung „4560“, die auch der Eröffnungsveranstaltung ihren Namen gab, stammt übrigens vom Landesamt für Straßenwesen, welches für die Wand zuständig ist. In den Karteien der Behörde wird die Wand unter der Nummer „Objekt 4560“ geführt.

Motivation

Nach drei Jahren legalem Graffiti ist nun die Pilotphase des Gestattungsvertrags mit dem Eigentümer der Wand beendet. Unser Ziel, die Hall of Fame auch für die kommenden Jahre zu sichern ist durch die erfolgreiche Veranstaltung 4560 FarbFluss gelungen.

Die Wand wurde von allen Sprühern aus Saarbrücken und Umgebung gut angenommen. Es wurde ein Austausch innerhalb der „Szene“ ermöglicht. Doch nicht nur unter den Graffiti-Sprühern scheint die Wand positive Resonanz zu finden, auch unter breiten Teilen der Bevölkerung. Immer wieder kommt es an der Wand zum freundlichen Dialog zwischen Sprühern und Passanten. Viele Sprüher berichteten uns, wie interessiert viele Menschen auf sie zugingen. Der so häufig zitierte „Kick“, den man beim illegalen Malen empfinden soll, wird durch positiven Zuspruch der Leute an der legalen Wand mehr als kompensiert.

Regelmäßig tauchen Menschen auf, um die Werke zu fotografieren. Auf der anderen Saarseite beobachten die Leute jeden Sommer die Entstehung der Graffitis. Fotos von den Gemälden erschienen auch in regelmäßigen Abständen in der Saarbrücker Zeitung.

Wir meinen, dass die Graffiti-Wand mittlerweile ein fester Bestandteil und zudem eine Attraktion des Saarbrücker Stadtbildes ist.Wer die Bilder nicht mag und kritisiert, sollte sich zumindest noch mal den Zustand der Fläche vor ihrer Legalisierung vor Augen rufen.

Dass mittels der Wand vielen Sprüher ermöglicht wurde, durch Auftragsarbeiten an Dosen oder ein Honorar zu kommen, ist aus unserer Sicht ein weiterer positiver Aspekt der Legalisierung.

Zudem möchten wir betonen, dass sich seit 2002 fast alle Sprüher–gegensätzlich der Erwartungen vieler Leute- stets vernünftig verhalten haben. Auch hier gab es natürlich Ausnahmen, die sich aber auf wenige Idioten beschränken, die aber nicht aus Saarbrücken und Umgebung waren und unserem Wissen keine größeren Probleme bereitet haben.

Eine grundsätzliche Frage, die sich scheinbar für manche bezüglich der Wand stellt: Hat das illegale Graffiti durch die legalen Möglichkeiten abgenommen?

In unseren Gesprächen mit Verantwortlichen vor der Legalisierung betonten wir bereits, dass wir nicht voraussehen könnten, ob eine legale Fläche einen positiven Effekt auf illegale Sprüher haben könnte.

Tatsache ist, dass viele Sprüher, die früher illegal aktiv waren, inden letzten drei Jahren viel Zeit an der Wand verbracht haben. Und jede Dose, die am Staden investiert wird, kommt nicht mehr am Zug oder an der Hauswand zum Einsatz. Die meisten Sprüher haben nicht so viele Dosen, um gleichermaßen legal und illegal intensiv zu sprühen. Nach unserer Einschätzung entscheiden sich von den etablierteren Sprühern mittlerweile die meisten für die Staden-Wand.

Es gibt viele jüngere Neueinsteiger, die sich anscheinend nicht befähigt fühlen, mit der Qualität der Bilder am Saarufer mitzuhalten.Sie bevorzugen meist wohl eher illegale Flächen. Diese hätten vermutlich auch, ohne die Staden-Wand zu sehen, mit dem illegalen Sprühen angefangen. Zu dieser Gruppe haben wir als Verein (und auch die Szene) leider wenig Kontakt.

Wir von Saargebeat e.V. können aus unserer Position letztlich nicht beurteilen, ob durch die legale Wand das illegale Graffiti in Saarbrücken abgenommen oder vielleicht sogar zugenommen hat. Wir denken aber, dass es bei diesem Projekt für die Verantwortlichen nichts zu verlieren gibt… Genauso wie in den vergangenen Jahren nichts verloren wurde. Das Positive überwiegt!