Bunt wird es in der Stadt
(24.07.2002) Vom 15. bis 18. August soll Saarbrücken zum Eldorado
der Graffiti-Szene werden. Drei Tage lang dürfen am Saarbrücker Staden alle
Farbdosenkünstler um die Wette sprühen - bei der Sprayeraktion "Hall of Fame".
Das saarländische Wirtschaftsministerium hat als "Hall of Fame" die über
450 Meter lange Mauer der Saarbrücker Stadtautobahn gegenüber dem Staden
zur Verfügung gestellt. Ziel der Aktion: die Verschönerung des Stadtbildes
und eventuell auch eine Förderung des Themas "Stadt am Fluss".
Sowohl namhafte Sprayer aus der gesamten Bundesrepublik wie auch Gruppierungen
aus der saarländischen Bevölkerung sollen die "Hall of Fame" verschönern.
Und für ausreichend Groove sorgen DJ's und Breakdancer. Eröffnet wird der
Graffiti-Event mit einem Diskussionsabend zum Thema, wie sollte es auch anders
sein: "Graffiti - Kunst oder Vandalismus".
Die künstlerische und organisatorische Leitung der Aktion liegt bei Saargebeat
e.V., die auch für die weitere Gestaltung und Betreuung der Saarbrücker "Hall
of Fame" verantwortlich sein wird. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt,
die saarländische Hip-Hop-Kultur zu fördern. Mit der "Hall of Fame" - Aktion
will der Verein dazu beitragen, dass neue, positive Kontakte zwischen Graffiti-Künstlern
und Inhabern von Wand-Flächen entstehen, sprich eine "Flächenbörse" entwickeln.
Was lange währt...
So spontan die Graffiti-Kunst ist, so langwierig waren die Verhandlungen
der Saargebeat-Sprayer, endlich eine offiziell freigegebene Fläche für ihre
Kunst zu bekommen. Bereits vor fünf Jahren gab es einen Beschluss des Bezirksrates,
die Mauer der Autobahn einmalig zur Graffit-Gestaltung frei zu geben. Das
Landesamt für Straßenwesen, der Eigner der Wand ist, knüpfte allerdings an
die Freigabe Bedingungen, die die Stadt damals nicht eingehen wollte. Diese
strittigen Punkte konnten nun ausgeräumt werden, Stadt und Land sind sich
einig: die Mauer soll bunt werden.
Das SR-Lifestyle-Magazin"Saarlight", das sich im Vorfeld sehr für die Aktion eingesetzt hat, und das SR-Jugendradio "UnserDing" werden natürlich ausführlich über die "Hall of Fame" berichten.
Was ist eigentlich Graffiti?
Ursprünglich stammt das Wort Graffiti vom griechischen Wort graphein ab.
Damit ist eine spezielle Kratzputztechnik zur Fassadengestaltung gemeint.
Hierbei werden zunächst verschiedenfarbige Putzschichten aufgetragen. Danach
wird die obere Schicht wegekratzt, wodurch reliefartige Motive entstehen.
Heute assozieren viele mit "Graffiti" Schmierereien an Hauswänden, in
Bahnhöfen und Zügen, die entweder gar nicht oder nur mit hohen Kosten beseitigt
werden können. Oft sind es nur per Sprühdose aufgetragene Unterschriften
und mehr oder weniger geistreiche Botschaften, die nicht unbedingt zur Verschönerung
des Stadtbildes beitragen. Bisweilen aber befinden sich auch regelrechte
Kunstwerke darunter, die eine traurige, graue Wand durchaus zu einer bunten
Augenweide machen können.
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