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"Hunde-Duftmarke" aus der Sprühdose?
Saarbrücken. Graffiti - Kunst
oder Vandalismus? Die Frage ist eigentlich müßig: Auch hier gibt's wahre
Könner und Schmierfinken. Doch ist illegales Graffiti schlicht Lust an der
Zerstörung anderer Leute Eigentum? Oder verbirgt sich dahinter der Hilferuf
eines Künstlers, dem es an geeigneter Malfläche fehlt? Zur
Podiumsdiskussion über Pro und Kontra von Graffiti luden am Donnerstagnachmittag
das SR-Magazin "saarlight" und die Initiative "Saargebeat e.V." an den Saarbrücker
Staden. Anlass war das Graffiti-Meeting vom 16. bis. 18. August, bei dem
der Startschuss zur (Neu-) Gestaltung einer der größten legalen Gemäldewände
in ganz Deutschland fällt: Die Mauer der Stadtautobahn steht auf einer Länge
von rund 450 Metern und einer Fläche von 1800 Quadratmetern den Sprayern
zur Verfügung. Zudem hat die Stadt mit dem Wirtschaftsministerium einen parteiübergreifenden
Drei-Jahres-Vertrag geschlossen, innerhalb dessen weitere legale Flächen
gesucht werden sollen. Und so ging es bei der Diskussion, zu der allerdings
kaum mehr Publikumsverkehr herrschte als am Staden bei schönem Wetter sonst
üblich, hauptsächlich darum, wie es denn nun einzudämmen sei, das illegale
Graffiti. Dahinter vermutete Oberbürgermeister Hajo Hoffmann eine aus Wut
und Ohnmacht geborene Ausdrucksform, deren Ursachen es zu beachten gelte.
Sein Vorschlag: Dem Sprayer deutlich machen, dass er Schaden angerichtet
hat und legale Flächen zur Verfügung stellen. Die Hamburger Streetworkerin
Barbara Uduwerella appellierte an die Vorbildfunktion der Erwachsenen: Zwar
sei Kunst wünschenswerte Kommunikation im öffentlichen Raum, doch müssten
die Jugendlichen merken, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat. Schlicht
als "aufregende Weise, eine Stadt kennen zu lernen und zu gestalten", wurde
Graffiti vom bekannten Dortmunder Sprayer Mason definiert, der wegen illegalen
Gestaltens sogar schon im Gefängnis landete und nun nur noch Auftragswände
stylt. Ob legal oder illegal, sei dabei zweitrangig, bestätigte auch Frederick
Brockmeyer von "Saargebeat e. V.": Das künstlerische Konzept sei meist wichtiger
als der kriminelle Kick. Uneinigkeit herrschte lediglich bei der Frage, wie
denn ein geschädigter Hausbesitzer auf den unerwünschten Zierrat reagieren
solle. Sofort entfernen!, wie Polizist Martin Hoffmann riet, um nicht mit
einer scheinbar gleichgültig geduldeten "Hunde-Duftmarke" weitere Sprayer
anzulocken. Völlig falsch, widersprach Uduwerella: Damit provoziere man nur
weitere Schmierereien als Trotzreaktion. kek
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