|
 "Aktueller Bericht" vom 19.08.2002:
DSL
Modem
|
 | Kaum gesprüht, schon besudelt
(19.08.2002) Unbekannte haben das Graffiti-Kunstwerk am Saarbrücker
Staden beschädigt. In einer Nachtaktion besprühten sie vor allem die Bilder
der internationalen Sprayer mit Silberfarbe.
Stadt und Umweltministerium bedauern die Aktion, sehen aber keine Auswirkungen
auf das Pilotprojekt. Das 450 Meter lange Graffiti ist das größte legale
Sprayer-Kunstwerk in Deutschland. Nach den anstehenden Ausbesserungsarbeiten
soll es zunächst drei Jahre so bestehen bleiben.
Hall of Fame Vom 15. bis 18. August 2002 war Saarbrücken
das Eldorado der Graffiti-Szene. Drei Tage lang durften am Saarbrücker Staden
alle Farbdosenkünstler um die Wette sprühen - bei der Sprayeraktion "Hall
of Fame".
Das saarländische Wirtschaftsministerium hatte als "Hall of Fame" die
über 450 Meter lange Mauer der Saarbrücker Stadtautobahn gegenüber dem Staden
zur Verfügung gestellt. Ziel der Aktion: die Verschönerung des Stadtbildes
und auch eine Förderung des Themas "Stadt am Fluss". Das SR-Lifestyle-Magazin"Saarlight" hatte sich im Vorfeld sehr für die Aktion eingesetzt.
Graffiti - Kunst oder Vandalismus Sowohl namhafte
Sprayer aus der gesamten Bundesrepublik wie auch Gruppierungen aus der saarländischen
Bevölkerung waren zur Verschönerung der "Hall of Fame" eingeladen.
Die künstlerische und organisatorische Leitung der Aktion lag bei Saargebeat
e.V., die auch für die weitere Gestaltung und Betreuung der Saarbrücker "Hall
of Fame" verantwortlich ist. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die
saarländische Hip-Hop-Kultur zu fördern. Mit der "Hall of Fame" - Aktion
will der Verein dazu beitragen, dass neue, positive Kontakte zwischen Graffiti-Künstlern
und Inhabern von Wand-Flächen entstehen, sprich eine "Flächenbörse" entwickeln.
Was lange währt... So spontan die Graffiti-Kunst ist,
so langwierig waren die Verhandlungen der Saargebeat-Sprayer, endlich eine
offiziell freigegebene Fläche für ihre Kunst zu bekommen. Bereits vor fünf
Jahren gab es einen Beschluss des Bezirksrates, die Mauer der Autobahn einmalig
zur Graffiti-Gestaltung frei zu geben. Das Landesamt für Straßenwesen, der
Eigner der Wand ist, knüpfte allerdings an die Freigabe Bedingungen, die
die Stadt damals nicht eingehen wollte. Diese strittigen Punkte konnten aber
ausgeräumt werden, Stadt und Land wurden sich einig.
Was ist eigentlich Graffiti? Ursprünglich stammt
das Wort Graffiti vom griechischen Wort graphein ab. Damit ist eine spezielle
Kratzputztechnik zur Fassadengestaltung gemeint. Hierbei werden zunächst
verschiedenfarbige Putzschichten aufgetragen. Danach wird die obere Schicht
wegekratzt, wodurch reliefartige Motive entstehen.
Heute assozieren viele mit "Graffiti" Schmierereien an Hauswänden, in
Bahnhöfen und Zügen, die entweder gar nicht oder nur mit hohen Kosten beseitigt
werden können. Oft sind es nur per Sprühdose aufgetragene Unterschriften
und mehr oder weniger geistreiche Botschaften, die nicht unbedingt zur Verschönerung
des Stadtbildes beitragen. Bisweilen aber befinden sich auch regelrechte
Kunstwerke darunter, die eine traurige, graue Wand durchaus zu einer bunten
Augenweide machen können.
|